Rohkost auf hohem Niveau dauerhaft möglich im kalten Deutschland?

  • Bin jetzt wieder 90 % auf veganer Rohkost gelandet, allerdings mit Tee- Ausnahmen. Mir gehts wieder viel besser, da ich festgestellt habe dass gerade der Salzkonsum meine Lebensenergie sehr heruntergebracht hat, wenn ich mir Salate machte damit und vielleicht ab und zu etwas gekochtes dazu in Form von Reis oder Couscous. So war ich eben auf 50% roh würde ich sagen. Habe mich aber nicht wirklich frisch damit gefühlt.Auch nicht immer Bio gekauft wegen weiterer Entfernung.Jetzt esse ich seit eben 5 tagen nur Äpfel und Rosinen mit Nüssen und Tees.und ein paar Gartenkräuter die ich in der Nachbarschaft gefunden habe.

    Also das Salz muss wohl nierenschädigend sein habe ich so den Verdacht, da ich da eine gehörige Vorbelastung habe.Wer praktiziert überhaupt Rohkost? Doch wohl nur jene, die vorher krank oder sehr krank geworden sind, oder?! Gesunde Menschen stolperen ja wohl eher nicht darüber, was meint ihr so ?

    Das Thema des Arbeitens draussen ist ja auch so ein Verhinderungsgrund für konsequentes Rohessen, wer kann schon am Bau z.B. mit so einer Diät grobes Leisten?Oder der ganze Stress in dieser modernen Welt machte mich krank früher. Auch das Thema frieren im Winter ist für mich ein schwieriges.Aber anders kann ich mir das Leben auch nicht mehr vorstellen, also zurück zu den Süchten meine ich!

    Gruss an alle die in der Jugend in der Großstadt in Deutschland aufgewachsen sind und sich dann auf den veganen Rohkostweg begeben haben.Vom Dunkel zum Licht, anders gehts wohl nicht!

    Bin doch sehr dünn geworden über die Jahre (ich habe im Nov. 1999 zum 1. Mal auf roh umgestellt!).Aber Leute wie der Urs Hochstrasser leben ja scheinbar auch ganz glücklich damit?! Wenn ein Partner gefunden ist der sich nicht daran stört ist es schon leichter.

    Soweit ungefähr meine Tagesenergie! Machts gut!

  • Lieber Mija,

    ich möchte gern ein paar Gedanken beisteuern:

    Wer praktiziert überhaupt Rohkost? Doch wohl nur jene, die vorher krank oder sehr krank geworden sind, oder?! Gesunde Menschen stolperen ja wohl eher nicht darüber, was meint ihr so ?

    Damit wirst du wohl Recht haben. Die meisten Rohköstler, die ich kenne, sind über einen Heilungsprozess zur Rohkost gekommen, weil die Schulmedizin mit ihrem Latein am Ende war. Auch bei mir war es so. Mein Mann z.B. hat zunächst aus Solidarität diese Ernährung "mitgemacht", hat aber sehr schnell erkannt, dass er sich tatsächlich besser fühlt und ernährt sich inzwischen nicht aus Solidarität rohköstlich, sondern aus Überzeugung.

    Ich habe drei Söhne und stelle fest, dass nicht die beiden älteren, bei denen sich schon massive gesundheitliche Probleme einstellen, bereit sind, ihre Ernährung infrage zu stellen, sondern der Jüngste durch unser Beispiel seine Ernährung optimiert.


    Eine wichtige Erfahrung meinerseits ist, dass nicht nur die Ernährung in einem Heilungsprozess eine Rolle spielt, sondern die seelischen Themen einen ebenso wichtigen Platz einnehmen. Anders ausgedrückt: wenn die Seele nicht in Balance ist, bleibt die vollständige Heilung trotz Rohkosternährung aus. Auch dann, wenn uns nicht bewusst ist, dass die Seele ein Thema hat.


    Das Thema des Arbeitens draussen ist ja auch so ein Verhinderungsgrund für konsequentes Rohessen, wer kann schon am Bau z.B. mit so einer Diät grobes Leisten?Oder der ganze Stress in dieser modernen Welt machte mich krank früher.

    Das sehen wir anders als du. Es gibt keinen Verhinderungsgrund außer man selbst. Es wäre doch ein Widerspruch, wenn wir einerseits sagen, dass man durch die Rohkosternährung eine bessere Nährstoffaufnahme hat und anschließend körperliches Leistungsvermögen ausschließt.

    Aus eigener Erfahrung meines Mannes weiß ich, dass er weder sportliche noch körperliche Einschränkungen hat. Im Gegenteil. Und es gibt genügend Sportler, die rohköstlich leben und extrem leistungsfähig sind.


    Ich schrieb dir schon einmal an anderer Stelle, dass wir die Rohkosternährung zu unserer Ernährungsform erklärt haben. Wir sehen das nicht als "Diät". Im ursprünglichen Sinne hieß Diät einmal "gesunde Lebensweise". Leider haben wir Menschen im Laufe der Zeit diesen Begriff negativ besetzt mit Verzicht und Einschränkung.


    seit eben 5 tagen nur Äpfel und Rosinen mit Nüssen und Tees

    Also ich könnte mir nicht vorstellen, 5 Tage lang nur Äpfel und Nüsse zu essen. Da würde mein Körper rebellieren und ich bekäme das Gefühl mir fehlt was. Da würden sich auch bei mir Süchte melden ^^

    Ja, wahrscheinlich sind Monomahlzeiten die gesündeste Form der Nahrungsaufnahme und man gibt dem Körper damit die Möglichkeit, die Nährstoffe optimal zu verwerten. Dann aber zu jeder Mahlzeit eine andere Frucht oder ein anderes Gemüse.

    Wir selbst haben für uns herausgefunden, dass wir mit Monomahlzeiten nicht so glücklich sind. Bei uns spielt Genuss noch eine große Rolle.

    Sicher ist die Rohkosternährung im Winter schwieriger, aber nicht unmöglich. Deshalb ist ja auch der Erfahrungsaustausch untereinander so wichtig. Im Internet findet man aber genügend Anregungen. So habe ich auch angefangen und habe dann meinen eigenen Weg gefunden.

    Beispiele:

    Rote Bete in kleine Würfel schneiden, ein bisschen Fenchel dazu hobeln und mit Orangenspalten verfeinern. Für den Geschmack vielleicht noch ein bisschen Pfeffer dazu.

    Oder Weißkohl hobeln, Apfel- und Möhrenstückchen dazu, etwas Öl wegen der Vitaminaufnahme, fertig. Dazu würden auch gut Rosinen passen.

    Eine weitere Möglichkeit im Winter sind Sprossen. Ein einfaches Einmachglas nehmen, Stofffetzen oben zum Abdecken, los geht's.

    Meine Lieblingssprossen sind Mungbohnen, Linsen und Sonnenblumenkerne.

    Aus den Linsensprossen kann man einen super Salat mit getrockneten Tomaten und Stangensellerie machen.


    Lass deiner Phantasie freien Lauf.


    Liebe Grüße

    Karin


    P.S. sehen wir uns am 31.1.in Erfurt?

  • Hallo Karin! Hallo Ihr alle!

    Danke für deine Rückmeldung und weitere Ergänzungen.Für mich ist es die Tage stimmig, so simpel zu essen.Ich kenne die Zeit mit den Salaten und komplizierteren Zusammenstellungen auch.Letztendlich geht es bei mir gerade um ein paar seelische Themen die ich umändern sollte um wieder in die richtige Spur der Lebensaufgabe zu kommen...Habe eben speziell herausgefunden, dass mich Salz schwächt...Nüsse muss ich jetzt auch reduzieren, da sie auf die Leber und Gallenblasenkraft schwächend wirkt. Es gibt da noch ein Thema mit den Schimmelpilzen, Aflatoxine und Ochratoxine, die giftig sind .Die sollen auch bei Trockenfrüchten manchmal nachgewiesen worden sein!, also aufgepasst, Ihr da draussen!...

    Ich hatte viele Walnüsse hier vor Ort gesammelt , welche mir aber durch unachtsame Lagerung zu 1/3 angeschimmelt sind und ich die wegschmeissen muss!

    Insgesamt muss ich viel Regenerationsarbeit in meinen Körperorganen machen, und da ist jede Überfrachtung in der Ernährung nicht günstig.

    Seelenarbeit ist ultra wichtig, sie steht meines erachtens im Rang über der Ernährung! Viele Rohköstler sind da in der Vergangenheit wohl eher zu einseitig orientiert gewesen, eingeschlossen mir selber! Muss auch auf jedenfall mit Körpertraining anfangen um Gleichgewicht, Körper--Geist zu erzielen. Schöne Aufgaben für 2019!...:saint: . Nach Erfurt zu dem Datum ist noch nicht sicher, aber im Raum des möglichen.

    Schönen Abend Dir, und allen anderen hier mitlesen ebenfalls.


    P.S.: am 21.1. ist die besondere rote Mondfinsternis!, nicht verpassen, Leute!

  • Hallo Mija,


    > Rohkost auf hohem Niveau dauerhaft möglich im kalten Deutschland?

    Um auf dein Ausgangsthema einzugehen: Ja, natürlich. Wir Menschen haben doch alle Möglichkeiten, uns mit der besten Nahrung in ausreichender Menge zu versorgen.


    Prozentuale Angaben werden im Bereich Rohkost oft verwendet. Ich halte davon nichts, weil Prozentangaben nicht viel aussagen. Viel wichtiger ist die Qualität der Nahrung die wir zu uns nehmen. Brokkoli aus ferner Bio-Hydrokultur roh verzehrt ist mit Sicherheit nicht gesünder als gedünsteter Brokkoli aus dem eigenen Garten, der auf einer 30cm dicken, sich über viele Jahre entwickelten Humusschicht gewachsen ist. Man sollte den Fokus in der eigenen Nahrung nicht so sehr auf Prozente, sondern in erster Linie auf die Qualität richten.


    Zum Salz: Gegen die gelegentliche Prise Salz im Salat ist sicher nichts einzuwenden. Im Winter mische ich mir ab und zu etwas milchsauer eingelegtes, fermentiertes Gemüse mit in meine Salate. Hat das Gemüse eine gute Qualität, geht meiner Erfahrung nach das Verlangen nach Salz zurück. Salz, was der Mensch in Form von Natriumchlorid zu sich nimmt, steht in der Natur als Nahrung eigentlich auch nicht zur Verfügung, oder...?


    > Das Thema des Arbeitens draussen ist ja auch so ein Verhinderungsgrund für konsequentes Rohessen,

    > wer kann schon am Bau z.B. mit so einer Diät grobes Leisten?

    Wie Karin schon sagte: Roh essen ist keine Diät, für mich eher die Basis eines natürlichen Lebens. :)

    Ich kenne übrigens jemanden, der über viele Jahre als Rohköstler auf Montage unterwegs war und dort überwiegend nur im Freien gearbeitet hat. Für mich ist der Winter und die Kälte nicht das Problem. Mein Körper macht da (mittlerweile) ganz gut mit, auch wenn ich wie jetzt bei Minusgraden oft noch einige Stunden im Garten arbeite. Ordentliche Bewegung und Motivation sorgt dabei für ausreichend Wärme. Bei den Temperaturen im Moment bekommt mir z.B. (deutscher) Buchweizen sehr gut. Probleme macht mir mehr der Kopf, der sommerliche Wärme und eine grüne Natur vermisst.


    Grüßle Jens