Getrocknete Gartenkräuter und Wildkräuter

  • Bei diesen eisigen Temperaturen jetzt von durchgehend etwa -15 bis -5 Grad Celsius stelle ich fest, dass ich mich im letzten Sommer mit viel zu wenig getrockneten Kräutern und Wildkräutern bevorratet habe. Wir macht ihr das? Verwendet ihr im Moment viel Getrocknetes auf eurem täglichen Speiseplan?

    Dann beschäftigt mich auch noch eine andere Frage: Was passiert eigentlich mit dem Clorophyll wenn Kräuter und Gräser getrocknet sind? Aktiviert sich da wieder etwas, sobald man trockenes Grün in Wasser einweicht oder isst man dann mehr oder weniger 'nur noch' getrocknete Mineralien, Farbpigmente und Ballaststoffe?


    Einige von euch wissen ja, dass ich mich mit meiner Familie mehrmals die Woche um eine kleine Herde Pferde kümmere. Die Tiere fressen aktuell schon seit Monaten fast ausschließlich trockenes Heu und kommen damit gut zurecht, auch bei den aktuellen Temperaturen. Natürlich ist das nichts Ungewöhnliches. Trotzdem ist die Thermoregulierung bei Pferden für mich immer wieder aufs Neue erstaunlich. Vor allem begeistert mich, wie die Verdauung bei Pferden aus den langen Fasern im Heu Wärme produziert. Bei meinen knappen Vorräten an getrockneten Kräutern, bin ich fast schon neidisch auf die Tiere und auch auf die riesigen Mengen 'getrockneter Kräuter' die sie fressen dürfen. Vielleicht sollte ich mir ja doch noch rechtzeitig ein großes Stück vom Heuballen reservieren? Man weiß ja nie, wie lange dieser kalte Winter noch anhält... ;)

  • Lieber Jens,

    ich kaufe getrocknete Kräuter in größeren Mengen für den Winter, weil mir die zeit zum Sammeln fehlt und natürlich auch die Stellen, wo es genügend Wildkräuter gibt. (1kg Schachtelhalm, 1kg Bochweizengrün, Blätter und alle möglichen Kräuter, Wurzeln und Samen) Zur Ergänzung meines täglichen Smoothie mit wildem Grün mixe ich mir vorher diese Kräuter im Hochleistungsmixer zu Pulver, damit sie im Smoothie fein genug sind, um vom Körper aufgenommen werden zu können.

    Zur Zeit schwöre ich auf Island Moos:thumbup: (muss nicht mal pulverisiert werden, so fein ist diese Flechte, die im Norden Europas die wilden Tiere über den Winter bringt) das dem Smoothie einen zarten, cremigen Geschmack gibt. Aber auch die Spitzen vieler Zweige, die beim Baumschnitt im Winter anfallen, kommen bei mir in den Smoothie, dann braucht er etwas länger bis alles klein ist. Da ich jedoch im Winter auch gerne gefrorene Sanddornbeeren, Preiselbeeren, Schneeballbeeren ... in den Smoothie gebe, ist er eh ziemlich kalt und kann länger laufen.

    In meinem Video über Smoothie mit Sanddorn zeige ich ja, wie ich die Beeren am Zweig in den Mixer gebe , so zusätzliche hocheffektive Nährstoffe bekomme (Rinde, Knospen, Holz) und gleichzeitig das Problem der Beerenernte (Zeitaufwand enorm) gelöst habe.

  • Also ich komme mit dem FoodMatic immer noch ganz gut hin (den du ja auch hast). Allerdings kommen bei mir auch kaum halbe Äste mit in den Mixer... ;) Wenn ich Sanddorn esse, dann fummel ich mir die Beeren ab und esse sie so wie sie sind. Deine Mengen stehen mir nicht so zur Verfügung.

    Die Version 'microfein' bei gesammelten Wildkräutern mag ich persönlich nicht, weil ich was zu kauen haben möchte. Wenn es im Winter schon getrocknetes Grün sein muss, dann weiche es mir meistens über Nacht ein. Normalerweise lässt es sich dann immer ganz gut kauen - entweder in der süßen oder in der herb-würzigen Variante. Wenn es in meinem FoodMatic etwas gröber bleibt, so ist mir das ganz recht. Die Zähne wollen ja auch noch was erledigen und man kaut jeden Bissen gleichzeitig länger.

  • Lieber Jens,

    das mit dem Kauen ist mir auch sehr wichtig: mindestens einmal am Tag esse ich die Kräuter, Gemüse,etc nicht zerkleinert. Ich hatte jedoch schon Zeiten, wo ich bis zu zwei Stunden gegessen habe, wenn ich die Wildkräuter richtig kauen will. Zähne und Gebiss sind bei uns heutigen Menschen eh schon sehr degeneriert und bei mir kommt dazu, dass ich schon sehr lange zahlreiche Kronen etc, statt natürliche Zähne habe.

    Diese mikrofeine Zerkleinerung dient dazu, die schützende Hülle aus Zellulose, die die wichtigen Nährstoffe der Zellen von Pflanzen umgibt, zu zerbrechen. Wenn pflanzliche Nahrung (Zellulose) nicht genügend gekaut wird, können unsere Verdauungsorgane die Nährstoffe nicht gut aufnehmen. So kann man unter Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen leiden, obwohl die Nahrung alles in genügender Menge enthält. Sehr gründliches Kauen wäre die Lösung. Und ich gebe zu, mir fehlt dazu bisweilen die Geduld und Muse.

    Da ich nach Konz davon ausgehe, dass wir uns zu einem großen Teil von grünen Blättern ernähren sollten (Primaten zwischen 20 und 80% Blätteranteil an Nahrung), wäre das Kauen so großer Mengen an wilden Kräutern und Blättern eine große Herausforderung, schließlich verbringen die Primaten auch mehrere Stunden am Tag mit dem Essen zu. Seit 2001 nehme ich deshalb einen rechht großen Teil meiner Wildpflanzen in Form von Smoothie ein. Mein Lieblingswildkraut, die Brennessel (neben dem Löwenzahn) nehme ich meist in Form von Saft, gemischt mit Früchtesmoothie ein. So komme ich gut auf 30% Wildkräuteranteil an meiner Nahrung. Wie dies geht, zeige ich in folgendem Video:


  • Hallo Volker,

    Heute habe ich mir die Zeit genommen ,Dein Brennesselsaft-Video anzusehen :).

    Toll !!!

    Es gibt mir neue Anregungen. Die Idee mit den Triebspitzen ist für mich neu.

    Die habe ich sonst nur genommen ,wenn das erste Grün sich zeigte.

    Diesen Winter haben wir auch wieder auf das Moos zurückgegriffen. In der größten Kälte mußte ich

    feststellen ,daß sich das Moos an einer Birke leicht lößte. Zu Hause im Wasser sah sah es wieder "lebendig" aus.

    Es ist immer noch besser auf gekaufte Kräuter zurückzugreifen als seinen Körper hungern zu lassen!

    LG IMO